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Eigentlich würden wir jetzt heute hier im Gottesdienst in Höheischweiler eine Taufe feiern. Ein fröhliches Fest zu Beginn eines jungen Lebens. Passt auch wunderbar zu dem Sonntag mitten in der Passionszeit, dem Sonntag Lätare.

Der ruft uns nämlich heute zu: Freut euch! Das kleine Osterfest – so nennen wir diesen Sonntag auch. Zum Freuen ist uns aber im Moment nicht so recht zumute. Die Sorgen und die Ängste überwiegen. Die Sorgen um die Existenz. Die Sorgen und Ängste um unsere Eltern und Großeltern, um die älteren und krankheitbedingt vorbelasteten Menschen in unseren Gemeinden. Da müssen wir jetzt füreinander eintreten, füreinander da sein: soziale Distanz – das ist die Devise. Auch, wenn es schwerfällt. Ich bin selbst ein geselliger Mensch und vermisse jetzt schon die Menschen, die ich sonst immer normal treffe: auf ein Käffchen, zum Spazieren gehen oder auf ein Schwätzchen. Ich vermisse es auch mit unseren Kindern, wie sonst immer normal bei gutem Wetter, auf den Spielplatz zu gehen. Nichts ist mehr selbstverständlich derzeit – das macht uns Angst und macht uns Sorgen und wirft natürlich auch die Frage auf: wann werden wir wieder unsere Kids an die Bushaltestelle bringen, wann wieder ins Büro gehen, wann wieder einfach raus ohne Kummer? In der Bibel bei Paulus steht: „Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen, denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Diese Worte geben mir Kraft, diese Zeit jetzt durchzustehen. Denn ich weiß, da ist Gott, der mich begleitet. Da haben sich in unseren Gemeinden 11 Jugendliche auf ihre Konfirmation gefreut, die Taufeltern auf die Taufe ihres kleinen Sohnes, Brautpaare planen ihre kirchliche Trauung. Unsere älteren Gemeindeglieder warten auf Besuche der Kirche und Menschen wollen sich am Grab bei der Beerdigung von ihren Angehörigen verabschieden. Genau hier werden uns diese Worte des Paulus zugerufen. Sie machen uns stark, nicht den Mut zu verlieren und auf eine hoffnungsvolle Zukunft zu blicken: wir feiern nach: eure Konfirmationen, die Taufen und die Trauungen und wir stehen uns bei, wenn wir jetzt Menschen beerdigen müssen. Anders als sonst – mit Abstand, im engsten Kreis, aber dennoch im Gebet verbunden. Bleiben Sie/bleibt behütet von unserem mutmachenden Gott. Ihre Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich

Videodreh: Ralph Ehrenreich